Das Wetter zu Ostern war wunderbar und wir konnten viele Besucher zur Präsentation am Wolfsgehege begrüßen. Da Matthias vom Reden oft eine trockene Kehle bekommt, sollte ich ihm eine Flasche Wasser mitnehmen. Wer Wölfe kennt, der weiß das die Flasche das Objekt der Begierde für sie wurde. Besonders Tala hatte es darauf abgesehen und ließ, zur Freude der Besucher, nicht locker.\r\n\r\n
\r\n\r\n Am Sonntag waren es die Schnürsenkel und Laschen meiner Lederturnschuhe. Nicht das erste Mal hatte es Akela darauf abgesehen, aber diesmal war sie besonders hartnäckig. Und so verließ ich das Gehege nach der Präsentation mit deutlich gekürzten Schnürsenkeln und gekürzten Laschen.\r\n\r\n
\r\nGisela Müller, unsere Wolfsfreundin, war Ostersonntag zu Gast bei unseren Wölfen. Seit 2004 unterstützt sie den Biologen und Wolfsforscher Vladimir Bologov in Russland, der sich für den Schutz und Erhalt der Wölfe dort einsetzt. Sie hat uns die schönen Fotos zur Verfügung gestellt. www.wolfshilfe.de\r\n\r\nClaire macht ganz leichte Fortschritte. Sie musste sich erst einmal von den drei OP`s erholen, jetzt heißt es Geduld haben. Sie genießt es mit uns im Gras zu liegen und beobachtet alles was sich bewegt.\r\n\r\n![IMG_3559[1]](https://wolfstagebuch.wisentgehege-springe.de/wp-content/uploads/2011/04/IMG_35591-300x199.jpg)
Rückschlag
Wer den Bericht am 12.4. im NDR Fernsehen gesehen hat, der hat sich über Claire gefreut, als sie mir zeigte, wer da wen an der Leine hat.\r\nSeit dem Drehende sind einige Tage vergangen und viel hat sich ereignet. So die zweite OP, ich hatte darüber berichtet und auch wie gut Claire das überstanden hat. Wir waren sehr froh über die Fortschritte, besonders im linken Bein.\r\n\r\nClaire, eine junge Wölfin, ein Wildtier, die möchte sich bewegen. Auf einem unserer Spaziergänge sprang sie übermütig nach einer Hummel. Was ich nicht sofort bemerkte, beim Auftreten trat sie auf eine Distel. Ausgelöst durch den Schmerz folgte eine ruckartige Bewegung, bei der sich Claire eine Verletzung am linken Bein zuzog.\r\nUm Folgeschäden abzuwenden blieb kein anderer Ausweg, als eine dritte Operation. Nun erholt sie sich langsam davon.\r\nWir unterstützen sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und werden überglücklich sein, wenn sie wieder munter durch ein Gehege springt.\r\n\r\n
Die zweite OP ist erfolgreich überstanden!
Im Unterbewusstsein wussten wir es längst, aber wir hatten es erfolgreich verdrängt, dass Claire noch einmal operiert werden musste. Denn ihre Probleme hatte sie nicht nur im rechten Hinterbein, sondern auch im Linken. Ihr rechtes Bein hat sich inzwischen soweit stabilisiert, dass nun das Linke operiert werden musste. Mit dem Wissen, dass es keine Alternative gibt, fuhr ich am Samstag in die Praxis von Dr. Kloene nach Bad Münder. Claire machte es mir leicht, denn sie ging ohne Angst in die Praxisräume. Mit viel Geduld und Ruhe wurde sie vorbereitet. Der Eingriff an diesem Bein war nicht so komplex, wie an ihrem Rechten, denn hier rutschte die Kniescheibe nur nach innen weg. Dennoch war ich froh als alles überstanden war und ich mit ihr wieder nach Hause fahren konnte.\r\nNachdem die Heilung am rechten Bein nur sehr langsam voranschritt, bin ich erstaunt und kann es nicht fassen wie schnell es jetzt beim linken Bein voran geht. Sie möchte durch den Garten tollen, als wäre nichts geschehen und es ist nicht so leicht ihr Temperament etwas zu zügeln.\r\n\r\n

19. März 2011: Wolfsabend

Einfach mal die Seele baumeln lassen!
Das Wetter ist gut und auch bei unseren Wölfen kann man feststellen, dass sie den Sonnenschein genießen. Das Foto von Tala zeigt es eindeutig, auch Wölfe wollen einfach mal die Seele baumeln lassen.\r\n\r\n
\r\n\r\nClaire ist soweit ganz munter, der große Käfig, der fast unseren gesamten Flur einnimmt bietet ihr viel Bewegungsfreiheit. Allerdings wird es doch noch etwas Zeit brauchen, bis sie zurück zu ihrem Rudel kann. Dr. Kloene war heute bei ihr und möchte das sie die nächsten vier Wochen noch hier verbringt. Und so bleibt vorerst der Holzwolf der einzige wölfische Kontakt, den Claire haben darf. Allerdings stimmt sie, bei unserem morgentlichen Spaziergang, kräftig in das Geheul unserer anderen Wölfe hier zu Hause mit ein.\r\n\r\n
Tierarzt Dr. Kloene ist zufrieden
Gut zehn Tag sind seit der Operation von Claire vergangen. Gestern hatten wir Besuch von Dr. Kloene und der ist mit den momentanen Zustand von seiner Patientin zufrieden.\r\nJeden Tag gehen Matthias und ich mindestens viermal mit ihr spazieren. Morgen bekommt sie einen größeren Käfig, damit sie auch dort mehr Bewegungsfreiheit hat.\r\nAllerdings wird sie noch zwei Wochen hier bleiben müssen, bevor sie wieder in das Wisentgehege zurückkehren kann. So haben die vier Timberwölfe Morgen zu unserem vierten Wolfsabend keine Unterstützung von unserer kleinen Prinzessin. Wenn alles gut verläuft, dann wird sie aber zum letzten Wolfsabend in diesem Frühjahr, am 19.3. 2011 wieder dabei sein.\r\n\r\n

Wo ist Claire?
Diese Frage werden sich die Besucher stellen, die in diesen Tagen unsere Wölfe besuchen.\r\nLeider hatten sich in den letzten Tagen die Probleme in ihren Hinterbeinen verstärkt. Besonders im rechten Bein rutschte ihre Kniescheibe bei der kleinsten falschen Bewegung zur Seite weg. Sie konnte dann das Bein nicht mehr strecken. Die Gefahr, durch die hin- und herrutschende Kniescheibe, war eine Schädigung des Knorpels. Unser Tierarzt Dr. Klöne hielt daher eine Operation für unausweichlich.\r\nGestern wurde sie operiert, alles ist gut verlaufen und nun darf sie sich in ihrer ehemaligen Kinderstube erholen.\r\nWir werden alles dafür tun, dass es unserer kleinen Prinzessin wieder gut geht:-)\r\n\r\nGanz herzlich möchte ich mich an dieser Stelle bei dem Team der Tierarztpraxis Dr. Klöne bedanken. Wir haben uns mit Claire dort sehr gut aufgehoben gefühlt.
Besuch vom Therapiehof Steffan
Wölfe wachsen schnell. Besonders bei Claire kann man das gut beobachten, zusammen mit Nantan ist sie inzwischen die Größte im Rudel. Es gab eine Zeit in der Claire sehr schnell in die Höhe schoss, zu schnell. Dadurch sind die Gelenke in ihren Hinterbeinen nicht ganz so stabil, wie sie das sein sollten. Dr. Klöne, unser Tierarzt, schaut regelmäßig nach Claire und versorgt uns mit wertvollen Aufbaustoffen, die wir ihr täglich verabreichen. Aber wir wollen sie zusätzlich unterstützen und alles dafür tun, dass ihre Muskeln sich kräftigen und Fehlstellungen vermieden werden.
Herr Steffan, Hundeosteopath aus Stadthagen besuchte uns schon zum zweiten Mal. Zusammen mit seiner Frau gaben sie uns wertvolle Tipps, wie wir Claire hilfreich unterstützen können. Und unsere Claire war eine vorbildliche Patientin, so dass Herr Steffan fast vergaß, dass es sich um einen Wolf und nicht um einen Hund handelte.
Was gibt es Neues bei unseren Wölfen?
Endlich ertönte zur Wolfspräsentation wieder einmal Wolfsgeheul von unseren Fünf. Als Nodin noch lebte war dies eine Selbstverständlichkeit, aber nach seinem Tod konnten wir unser Geheul (vielleicht war es eher ein Gejammer) anstimmen wie wir wollten, es blieb still. Um so mehr freuten Matthias und ich mich, als sie wieder einstimmten und die Träne in unserem Auge, die will ich garnicht verschweigen. Natürlich gilt ein besonderer Dank dem Publikum, dass uns so wunderbar unterstützte.\r\nAnders war das allerdings zum dritten Wolfsabend. Trotz des schlechten Wetters hatten sich wieder viele Besucher auf den Weg gemacht und einige auch weite Wege auf sich genommen. Viele von ihnen mit sehr großen Erwartungen, denn der NDR hatte berichtet, dass man auch mal einen Wolf streicheln kann. Bei 700 Besuchern beantwortet sich die Frage von selbst, dass man nicht Jedem diesen Wunsch erfüllen kann. An erster Stelle steht für uns immer das Wohl unserer Wölfe. Man muss sich einmal vorstellen es stehen 100 Menschen vor der Wohnungstür und alle wollen hinein um uns zu berühren.\r\nUnd so werden es immer nur Einzelne bleiben, denen wir diesen Wunsch erfüllen können und das auch nur so lange, wie es für unsere Wölfe kein Problem darstellt.\r\nUnsere Wölfe so unbeschwert im Gehege beobachten zu können, ist ein Erlebnis für sich und so sind wir sicher, dass sich der Besuch am Wolfsgehege auch ohne Streicheleinheit lohnt:-)
09. Januar: Überschwemmung
Die plötzliche Winterpause mit hohen Temperaturen, heftiger Schneeschmelze und Regen hat auch bei uns für Überschwemmungen gesorgt. Etwa die Hälfte der Wolfsanlage stand unter Wasser. Die benachbarten Geier und Bartkäuze hatten gar keinen Boden mehr unter den Füßen. Bis auf einige Schäden an den Wegen, die vom Wasser ausgespült wurden, ist aber alles ohne Probleme für die Tiere abgelaufen. Wir haben uns allerdings so auf die Lösung des Wasserproblems konzentriert, dass niemand daran gedacht hat Fotos zu machen…… Schade.