Besuch aus Sachsen

Jana Gensel und Nico Roßkamp hatten sich am Wochenende, aus der Nähe von Dresden, auf den Weg zu uns ins Wisentgehege gemacht. Für Nico ging damit ein ganz besonderer Traum in Erfüllung, drei Stunden als Wolfspfleger, den ihn seine Freundin zum Geschenk gemacht hatte.\r\nUnsere Wölfe zeigten sich von ihrer allerbesten Seite und besonders Tala suchte immer wieder den engen Kontakt zu den beiden Wolfsfreunden.\r\n\r\n\r\nClaire geht es gut, nach wie vor genießt sie Privilegien und unsere Hunde, die bei einem Gang durch das Blumenbeet bestraft werden, sind etwas neidisch. Wenn unser Wolfsrudel sein Geheul anstimmt, dann signalisiert auch Claire, dass sie dazu gehört.\r\n

Wer ist Geroni?

Geronimo
\r\n\r\nDiese Frage findet man unter den Kommentaren der Besucher vom Wolfstagebuch. Vielleicht gibt es noch mehr Besucher, die sich diese Frage stellen und möchte ich sie an dieser Stelle beantworten.\r\nGeroni (Geronimo) ist ein Polartimberwolf der bei uns zu Hause lebt. Er lebt mit Chakka, einer schwarzen Timberwölfin in einem schönen großen Gehege.\r\n\r\nZusammen mit unseren WölfenTopah, Cloudy und Lupah waren auch diese beiden Wölfe vor einigen Jahren schon zu Gast im Wisentgehege. Geroni ist ein besonders großer und stattlicher Wolf, er ist jetzt sieben Jahre alt.\r\n\r\nDie zweite Frage war, ob Claire immer ein Halsband trägt. Nein, nicht immer, wie man sehr schön auf dem Foto sehen kann.\r\n

Wolfsalltag

Die vier Timberwölfe genießen ihren Wolfsalltag und anders als für uns Menschen, sind für sie die kühlen Temperaturen recht angenehm.\r\nTala gewinnt immer mehr an Selbstbewusstsein und immer öfter hat es für uns den Anschein, sie könnte Akela den Platz als Alphawölfin streitig machen. Regelmäßig begüßen die Vier in gewohnt freundlicher Weise die Besucher, die als Wolfspfleger für drei Stunden zu Gast bei uns sind. Was ja längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist.\r\n\r\n

Claire genießt ihren Freiraum
\r\n\r\nClaire entwickelt sich bei der intensiven Betreuung, hier bei uns zu Hause, sehr gut. Sie hat wieder zugenommen und durch die regelmäßigen Spaziergänge kann ich an ihren Hinterläufen auch wieder Muskeln spüren. Wolfskontakt für Claire ist garantiert, jeden Tag besuchen wir unsere erwachsenen Wölfe und die Begrüßung am Zaun ist durchweg positiv.\r\n\r\n
Geroni und Claire
\r\n\r\nMit Geroni liefert sich Claire ab und zu ein kleines Rennen, er im Gehege und sie außen am Zaun.\r\nEinen kleinen Spaziergang zusammen mit Topah haben wir auch schon unternommen.\r\nEs wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Hinterbeine von Claire wieder so belastbar sind, dass sie einem Wollfsalltag im Rudel stand halten kann, aber wir sind auf einem guten Weg.\r\n\r\n
Wolfsrennen

Zu schwach für das Rudelleben, aber allein im Gehege einsam!

In den letzten Tagen haben wir Claire immer wieder für kurze Zeit zum Rudel der Timberwölfe gelassen. Die Kontaktaufnahme war durchweg positiv. Was aber recht deutlich wurde, dass Claire insgesamt zu schwach ist, um für längere Zeit im Rudel zu bleiben. Spätestens nach zehn Minuten war sie erschöpft und wir haben festgestellt, dass sie dann über ihre Grenzen gehen musste.\r\nEine gründliche Untersuchung von Dr. Kloene hat keinen Befund ergeben, so dass wir davon ausgehen, dass die Gewichtsabnahme von Claire darauf zurückzuführen ist, dass sie sich in ihrem Gehege einsam fühlt. Da mit ihrem Gewicht auch ihre Muskeln schwinden, haben wir beschlossen sie wieder mit zu uns nach Hause zu nehmen.\r\nAuch hier hat sie Wolfskontakt, vorerst nur durch den Zaun. Jetzt ist es wichtig, dass Claire wieder an Gewicht zulegt und es uns gelingt, dass sie wieder Muskeln aufbaut.\r\n\r\n

Muskeltraining im Gartenteich

Ein Pool für Claire

Viele Besucher verfolgen mit großem Interesse das Wohlergehen von unserer Polarwölfin Claire. Manche möchten aktiv ihren Beitrag leisten, so Susanne Brun und Klaus Böttcher.\r\nDie Beiden haben sich viele Gedanken gemacht, wie sie Claire ihren Wolfsalltag noch angenehmer gestalten können. Da Claire es besonders liebt, sich mit kaltem Wasser zu bespritzen, haben sie kurzerhand einen kleinen Gartenteich besorgt.\r\n\r\n

Klaus und Matthias
\r\n\r\nAm Sonntag haben wir uns zu einem kleinen Arbeitseinsatz getroffen und unter der Regie von Claire und mit einigen Schweißtropfen, den Teich in die Erde gesetzt. So kann Claire jetzt, bei den warmen Temperaturen, eine willkommene Abkühlung finden.\r\n\r\n
Claire prüft den Teich
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und zeigt, wo noch nachgearbeitet werden muss.
\r\n\r\nClaire ist jetzt schon seit gut drei Wochen im Wisentgehege, doch leider bleibt der erwünschte Muskelaufbau aus. Ganz im Gegenteil mussten wir feststellen, dass sie in den letzten Tagen bedrohlich abgenommen hat. Gestern waren wir mit ihr bei Dr. Kloene und haben sie gründlich untersuchen lassen. Wenn die letzten Ergebnisse von der Untersuchung vorliegen, werden wir entscheiden, was wir für Claire tun können.

Was macht ein Wolf, wenn es langweilig wird?

Während die vier Timberwölfe munter miteinander raufen, muss Claire sich in ihrer Krankenstation andere Beschäftigung suchen.\r\nNun ist es ja nicht gerade wolfstypisch im Flur zu leben und durch einen Garten spazieren zu gehen. Alles was da nicht wolfssicher verstaut ist, wird genaustens untersucht d.h. mit den Zähnen. Da wird schon mal aus einem Winterpantoffel eine Sommerschlappe gemacht.\r\n\r\n\r\n\r\n oder aus Gieskannen werden wahre Kunstobjekte.\r\n\r\n\r\n\r\n Ganz zu schweigen von den vielen Tulpen- und Osterglockenblüten, die ganz einfach – mir nichts, dir nichts – geköpft werden. Aber wer kann Claire schon böse sein, sie ist und bleibt ein Wolf, auch wenn sie noch so lange bei uns in ihrer Krankenstation bleiben muss.\r\n\r\n 

Neuigkeiten vom Wolfsrudel

Das Wetter zu Ostern war wunderbar und wir konnten viele Besucher zur Präsentation am Wolfsgehege begrüßen. Da Matthias vom Reden oft eine trockene Kehle bekommt, sollte ich ihm eine Flasche Wasser mitnehmen. Wer Wölfe kennt, der weiß das die Flasche das Objekt der Begierde für sie wurde. Besonders Tala hatte es darauf abgesehen und ließ, zur Freude der Besucher, nicht locker.\r\n\r\nTala möchte zu gern die Wasserflasche\r\n\r\n Am Sonntag waren es die Schnürsenkel und Laschen meiner Lederturnschuhe. Nicht das erste Mal hatte es Akela darauf abgesehen, aber diesmal war sie besonders hartnäckig. Und so verließ ich das Gehege nach der Präsentation mit deutlich gekürzten Schnürsenkeln und gekürzten Laschen.\r\n\r\nAkela, ganz entspannt (vor der Tat)\r\nGisela Müller, unsere Wolfsfreundin, war Ostersonntag zu Gast bei unseren Wölfen. Seit 2004 unterstützt sie den Biologen und Wolfsforscher Vladimir Bologov in Russland, der sich für den Schutz und Erhalt der Wölfe dort einsetzt. Sie hat uns die schönen Fotos zur Verfügung gestellt.          www.wolfshilfe.de\r\n\r\nClaire macht ganz leichte Fortschritte. Sie musste sich erst einmal von den drei OP`s erholen, jetzt heißt es Geduld haben. Sie genießt es mit uns im Gras zu liegen und beobachtet alles was sich bewegt.\r\n\r\n

Claire

Rückschlag

Wer den Bericht am 12.4. im NDR Fernsehen gesehen hat, der hat sich über Claire gefreut, als sie mir zeigte, wer da wen an der Leine hat.\r\nSeit dem Drehende sind einige Tage vergangen und viel hat sich ereignet. So die zweite OP, ich hatte darüber berichtet und auch wie gut Claire das überstanden hat. Wir waren sehr froh über die Fortschritte, besonders im linken Bein.\r\n\r\nClaire, eine junge Wölfin, ein Wildtier, die möchte sich bewegen. Auf einem unserer Spaziergänge sprang sie übermütig nach einer Hummel. Was ich nicht sofort bemerkte, beim Auftreten trat sie auf eine Distel. Ausgelöst durch den Schmerz folgte eine ruckartige Bewegung, bei der sich Claire eine Verletzung am linken Bein zuzog.\r\nUm Folgeschäden abzuwenden blieb kein anderer Ausweg, als eine dritte Operation. Nun erholt sie sich langsam davon.\r\nWir unterstützen sie mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und werden überglücklich sein, wenn sie wieder munter durch ein Gehege springt.\r\n\r\n

Die zweite OP ist erfolgreich überstanden!

Im Unterbewusstsein wussten wir es längst, aber wir hatten es erfolgreich verdrängt, dass Claire noch einmal operiert werden musste. Denn ihre Probleme hatte sie nicht nur im rechten Hinterbein, sondern auch im Linken. Ihr rechtes Bein hat sich inzwischen soweit stabilisiert, dass nun das Linke operiert werden musste. Mit dem Wissen, dass es keine Alternative gibt, fuhr ich am Samstag in die Praxis von Dr. Kloene nach Bad Münder. Claire machte es mir leicht, denn sie ging ohne Angst in die Praxisräume. Mit viel Geduld und Ruhe wurde sie vorbereitet. Der Eingriff an diesem Bein war nicht so komplex, wie an ihrem Rechten, denn hier rutschte die Kniescheibe nur nach innen weg. Dennoch war ich froh als alles überstanden war und ich mit ihr wieder nach Hause fahren konnte.\r\nNachdem die Heilung am rechten Bein nur sehr langsam voranschritt, bin ich erstaunt und kann es nicht fassen wie schnell es jetzt beim linken Bein voran geht. Sie möchte durch den Garten tollen, als wäre nichts geschehen und es ist nicht so leicht ihr Temperament etwas zu zügeln.\r\n\r\n

Claire
Schon wieder Lust zum spielen!
\r\n\r\nNoch ist das Fell am rechten Bein erst recht spärlich nachgewachsen, naturgemäß verlieren die Wölfe jetzt ihr Winterfell und so geht das Wachstum nur langsam voran. Aber das sind nur Äußerlichkeiten und wir hoffen, dass nun alles gut verheilt. Wir freuen uns darauf, wenn sie wieder zusammen mit den anderen durch das Gehege läuft.  Wer sie vorab schon einmal wieder sehen möchte, der hat die Möglichkeit am 12.4.2011 um 18.15 Uhr beim NDR Fernsehen. Denn dann kommt auf dem NDR wieder eine kleine Reportage über unsere Wölfe. Nicht ganz so glücklich waren wir über den Titel „Der Wolf im Hausflur“, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das den Tatsachen entspricht.\r\n\r\n
Kameramann Reinhard Bettauer

Einfach mal die Seele baumeln lassen!

Das Wetter ist gut und auch bei unseren Wölfen kann man feststellen, dass sie den Sonnenschein genießen. Das Foto von Tala zeigt es eindeutig, auch Wölfe wollen einfach mal die Seele baumeln lassen.\r\n\r\nTala\r\n\r\nClaire ist soweit ganz munter, der große Käfig, der fast unseren gesamten Flur einnimmt bietet ihr viel Bewegungsfreiheit. Allerdings wird es doch noch etwas Zeit brauchen, bis sie zurück zu ihrem Rudel kann. Dr. Kloene war heute bei ihr und möchte das sie die nächsten vier Wochen noch hier verbringt. Und so bleibt vorerst der Holzwolf der einzige wölfische Kontakt, den Claire haben darf. Allerdings stimmt sie, bei unserem morgentlichen Spaziergang, kräftig in das Geheul unserer anderen Wölfe hier zu Hause mit ein.\r\n\r\n

Claire
Hallo, wer bist du denn?